Intraoperative Epigenetik: Neue Möglichkeiten in der Hirntumorbehandlung
Dr. med. Laszlo Barany, Klinik für Neurochirurgie, Universitätsklinik Erlangen, Fördersumme: 10.000€
Das Projekt „Intraoperative epigenetic profiling for molecular-guided neurosurgery“ von Dr. Laszlo Barany beschäftigt sich mit einer Technik, der sogenannten Nanopore-Sequenzierung. Sie ermöglicht es, noch während der Operation an Hirntumoren das genetische und epigenetische Profil des Tumors zu bestimmen. So kann die Behandlung direkt im Operationssaal an die individuelle Tumorbiologie angepasst werden.
Ziel ist, die Eingriffe sicherer zu machen und die Therapiechancen für die Betroffenen zu erhöhen. „Dieses Vorhaben kann die Erfolgschancen von Tumor-Operationen deutlich erhöhen und damit die Neurochirurgie insgesamt deutlich voranbringen“, hebt Professor Dr. med. Maximilian Mehdorn die innovative Methode hervor. So könne die Forschung ganz konkrete Verbesserungen für Patientinnen und Patienten bringen.
Immuntherapie und Zellstress: Neue Wege bei Hochrisiko-Gliomen
Dr. med. Christoph Kraemer, Klinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Fördersumme: 8.000 €
Das Forschungsteam um Dr. Christoph Kraemer widmet sich der Rolle von T-Zellen bei niedriggradigen Gliomen, einer Form von Hirntumoren, die häufig jüngere Menschen betrifft. Mithilfe moderner Sequenzierungs- und Bildgebungsverfahren analysieren die Forschenden, wie sich das Immunsystem bei Tumorwachstum verändert und welche Therapieansätze sich daraus ableiten lassen. Ziel ist es, neue Ansätze für eine immunbasierte und personalisierte Therapie zu entwickeln.
„Die detaillierte Erforschung der Immunantwort bei Gliomen ist ein wichtiger Schritt, um langfristig personalisierte Therapien bei dieser Tumro-Art zu ermöglichen“, so Professor Mehdorn. Gerade für jüngere Patientinnen und Patienten eröffne dieser Ansatz neue therapeutische Perspektiven.
Oxidativer Stress und Therapieresistenz bei Hirntumoren
Dr. med. Eric Freund, Department für Neurochirurgie, Medizinische Universität Wien & Dr. Lea-Katharina Miebach,Leibniz Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP), Greifswald, Fördersumme: 5.000 €
Die Behandlung bösartiger Hirntumoren hält nach wie vor zahlreiche Herausforderungen bereit, vor allem wegen der hohen Therapieresistenz. Das Forschungsvorhaben von Dr. Eric Freund und Dr. Lea-Katharina Miebach untersucht eine innovative Methode: die Behandlung von Tumorzellen mit medizinischem Gasplasma soll oxidativen Stress in den Zellen verursachen. So will das Forschenden-Duo zum einen untersuchen, wie die Tumorzellen auf diesen zusätzlichen oxidativen Stress reagieren und ob sich dadurch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Behandlungen überwinden lässt.
Daneben wollen sie neue Kombinationsstrategien mit Chemotherapie und Strahlentherapie entwickeln und die Wirksamkeit gängiger Behandlungen verbessern. „Tumorzellen unter oxidativen Stress zu versetzen, um sie so anfälliger für Chemotherapien oder Bestrahlung zu machen, ist ein vielversprechender Ansatz, um die Wirksamkeit etablierter Therapien zu steigern“, erklärt Professor Mehdorn.
Inklusion leben: Interkultureller Austausch für Menschen mit Beeinträchtigung
Marie-Lu Matzke, Deutsch-Französische Gesellschaft Bielefeld e.V., Fördersumme: 3.000 Euro
Mit dem Projekt „Les Papillons Blancs“ wird erstmals ein inklusiver Austausch für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen zwischen Bielefeld und Concarneau (Frankreich) realisiert. Ziel ist die gesellschaftliche Teilhabe durch gemeinsame Aktivitäten wie Sport, Kultur und Digitalisierung. Die Initiative will nachhaltige Strukturen für Inklusion schaffen und für ein Europa der Vielfalt sensibilisieren. „Dieses Projekt zeigt, wie gelebte Inklusion über Grenzen hinweg funktionieren und echte Begegnungen schaffen kann. Es stärkt die Teilhabe und das Verständnis zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung“, so Dr. Margarete Mehdorn.
Freundschaft gestalten: Corporate Design für Partnerschaftsverein
Markus Marzinzik, Freundschaft ohne Grenzen e.V., Leinsweiler, Fördersumme: 1.200 Euro
Der Verein „Freundschaft ohne Grenzen“ baut eine Partnerschaft zwischen Leinsweiler in der Pfalz und Noyers-sur-Serein in Burgund auf. Mit dem Förderpreis wird die Entwicklung eines professionellen Erscheinungsbilds und einer Kommunikationsstrategie unterstützt. Das Ziel: Mehr Sichtbarkeit für die deutsch-französische Freundschaft auf lokaler Ebene und nachhaltige Mitgliedergewinnung. „Engagement für interkulturellen Austausch beginnt im Kleinen. Mit diesem Projekt erhält der noch junge deutsch-französische Partnerschaftsverein ein modernes Gesicht und ein Fundament für langfristige Zusammenarbeit.
Websiten-Relaunch für den Verband der Deutsch-Französischen Chöre
Prof. Dr. Elisabeth Arend, Verband der Deutsch-Französischen Chöre, Fördersumme: 1.000 Euro
Der Verband der Deutsch-Französischen Chöre baut musikalische Brücken über Ländergrenzen hinweg. Die veraltete Webseite wird nun durch einen modernen, mehrsprachigen und barrierearmen Internetauftritt ersetzt. So will der Verband seine Aktivitäten sichtbarer machen und die europäische Vernetzung der Chöre stärken. „Eine lebendige Verbandskultur lebt von Kommunikation. Mit dem Webseitenprojekt wird die Vielfalt der Chöre sichtbar und europäische Verständigung digital erfahrbar“, würdigt Dr. Mehdorn das Projekt.
Klimagerechtigkeit erforschen: Feministische Perspektiven in Bordeaux
Mattea Eschenmann, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Fördersumme : 800 Euro
Wie wirkt sich der kommunale Hitzeschutz auf soziale Gerechtigkeit aus? Mattea Eschenmann untersucht diese Frage aus intersektionaler und feministischer Perspektive in Bordeaux. Ihre Feldforschung soll dazu beitragen, soziale Ungleichheiten im Umgang mit Klimafolgen sichtbar zu machen und internationale Forschungskooperationen zu stärken. „Mit seinem Notfallplan für Hitzewellen hat Frankreich Vorblidfunktion in Europa. Gerade Klimaforschung braucht interkulturelle und diverse Perspektiven. Dieses Projekt verbindet Wissenschaft, Engagement und europäischen Austausch auf vorbildliche Weise.